Mit vielen Tabus und einem umfangreichen Kultur- und Kunstprogramm begeisterte das Sommerblut Kulturfestival dieses Jahr rund 12.000 Menschen. Die Besucher erlebten rund 80 Veranstaltungen mit mehr als 500 Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt. Schwerpunkt des diesjährigen Festivals der Multipolarkultur war das Thema Tabu.

Das internationale Theaterprojekt TABUROPA hatte seine Uraufführung im Rahmen von Sommerblut. In drei ausverkauften Vorstellungen zeigten die Ensembles aus Brüssel, Lissabon, Warschau und Köln anhand einer Theaterreise, welche kulturellen, historischen und alltäglichen Tabus in Europa präsent sind. Die vier Inszenierungen beschäftigten sich mit Identitäten und der Fähigkeit zum Zusammenleben im vereinigten Europa, der Entstehung von Konflikten zwischen einem Individuum und einer Gruppe, mit verborgenen Prozessen und den Motiven von Identitätsbildung sowie mit den Dos and Don´ts als frühkindliche Einübung in bestehende Tabus durch die Gesellschaft.

Mit dem Theaterprojekt NAHVERKEHR präsentierte Sommerblut eine weitere Premiere. Unter der Regie von Barbara Wachendorff waren Darsteller mit Behinderung die Protagonisten auf der Bühne im neu eröffneten KAT 18. Sie wurden dabei von zwei nicht behinderten Schauspielern begleitet. Es ging um die Tabus Sexualität und Behinderung und das besondere Selbstbewusstsein von Menschen mit Behinderung insbesondere zum Thema Sexualität.

Das Theaterprojekt war ein Bestandteil von SEXISTENZ, welches aus dem Theaterstück und dem multimedialen Buchprojekt NAHAUFNAHMEN unter der künstlerischen Leitung von Dr. Siegfried Saerberg (Blinde und Kunst e.V.) bestand. Bei einer musikalischen Lesung wurde das Buch und ein Audiostück vorgestellt, in dem Menschen mit Behinderung ihre Erfahrungen mit dem eigenen Körperbild und den gesellschaftlichen Vorurteilen hinsichtlich ihrer Sexualität artikulieren.

Auch dieses Jahr setzte Sommerblut den Schwerpunkt Inklusion. Bei vielen Veranstaltungen standen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen auf der Bühne. Ein Highlight war VERFLÜCHTIGUNG. Bei der inklusiven Theaterperformance machten sich 20 Künstler aus der ganzen Welt im Zirkus- und Artistikzentrum Köln auf die Suche nach Antworten auf die Frage „Can there be identity without otherness?“. An vier ausverkauften Abenden zeigte das internationale Ensemble eine allegorische Reise in den Wertespiegel unserer Welt und stellte dabei die Absurdität unserer alltäglichen Vorurteile heraus.

Zum Abschluss feierten am Sonntag hunderte Menschen bei strahlendem Sonnenschein das große Kulturfinale mit „Wir sind Menschen“ auf Odonien.

Weitere Informationen, Bilder und Videos zu den einzelnen Veranstaltungen auch auf www.facebook.com/sommerblut.