Beim Kulturfinale feiert Sommerblut zusammen mit Odonien und der Lutherkirche Südstadt „Wir sind Menschen“. Über alle Grenzen hinweg schafft die Feier den Rahmen für einen Dialog, der Brücken zwischen allen Menschen schlägt und dabei die Besucher mit ihren eigenen persönlichen Vorstellungen von Tabus konfrontiert.

Das Kölner Künstlerkollektiv Captain Borderline empfängt die Gäste mit einer zum Thema Tabu gestalteten Wand. Eine eigenwillige Interpretation im Street-Art-Style ist dabei garantiert. Dazu zeigt der Bildhauer Odo Rumpf ein Kunstwerk, welches er bei einer inklusiven Skulpturenaktion mit geistig behinderten Menschen erarbeitet hat.
Mit gebündelter Energie bahnen sich Nastja & die Orloves ihren musikalischen Weg durch den Untergrund. Die Band bewegt sich mit experimentellem Folk, Punk mit Klassikeinschlag und osteuropäischen Klängen jenseits aller gepflasterten Wege.
Alice Rose beeindruckt mit klanglicher, textlicher und musikalischer Klarheit. Die dänische Komponistin und Sängerin führt die Schönheit der Musik und die Ernsthaftigkeit ihrer Themen einfühlsam zusammen.
ALUGOBi macht Randale! Die Band bringt alle zum Tanzen, Hüpfen und Schreien, splitternackt und kreidebleich. Das ist echte Musik. Bohème Folk oder einfach Pop. Für die Menschen. Für die Welt. Für die Liebe!
Improvisation auf Hochtouren gibt es mit Clamotta. Bei dem Improvisationstheater geht alles, nur nicht langweilig. Mit Kreativität, Spielfreude und der Kunst, Geschichten im Moment zu spielen, attackiert das Kölner Ensemble jedes Zwerchfell und einige Tabus.
Die geheimnisvolle Angélique Savigné taucht Odonien in ein ganz anderes Licht. Die deutsch-französische Chansonsängerin fasziniert mit der Interpretation weiblicher und männlicher Chanson-Interpreten.
Mit fetten Beats gegen das Ungerechte in der Welt – Microphone Mafia performt europäischen Hip-Hop über alle Grenzen hinweg. Das italienisch-türkische Ensemble rappt in vier Sprachen und vereinigt in seiner Musik die eigenen unterschiedlichen kulturellen Hintergründe.
Zwei Gastauftritte von Sommerblut-Produktionen blicken auf das Festival zurück. Bei der inklusiven Theaterperformance Verflüchtigung zeigen Menschen mit und ohne Behinderung, was es bedeutet, wenn Menschen sich nicht an gesellschaftliche Normen und Werte anpassen können. Das Musik-Projekt Gypsy Soul feat. Markus Reinhardt Ensemble von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund und professionellen Zigeunermusikern zeigt die verbindende Kraft der Musik über alle Grenzen und Unterschiede hinweg.

Die künstlerische, spirituelle und dialogische Feier beschäftigt sich mit Scheitern, Ohnmacht und Schuld. In einer erfolgsorientierten Gesellschaft werden Menschen damit alleingelassen. Das macht krank und zerstört Beziehungen. Zusammen mit der Mezzosopranistin Agnes Erkens und dem Jazz-Saxophonisten Alessandro Palmitessa wird Hans Mörtter dem Thema auf befreiende Weise Raum geben. Im Gespräch mit der Regisseurin Britta Wandaogo hinterfragt er diese Themen vor einem anderen Hintergrund. Britta Wandaogo hat ihren Bruder in seiner Drogenabhängigkeit 15 Jahre mit der Kamera begleitet. Diesem Kampf und seiner Würde stellen wir uns und blicken auf die Kraft, die darin frei wird.

Während der ganzen Feier können Papierfahnen mit eigenen Erlebnissen beschrieben werden. Diese werden in einem Kreis über dem Bühnengelände aufgehängt und zum Abschluss in einem lösenden Ritual von allen verbrannt.